Die Geschichte der Abtei von Jumièges reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück, als der heilige Philibert sie um 654 gründete. Sie entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten und reichsten Klöster Frankreichs und spielte eine zentrale Rolle in der Verbreitung der Benediktinerregel. Ihre Blütezeit erlebte die Abtei im 9. Jahrhundert, bevor sie 841 von den Wikingern zerstört wurde. Doch die Gemeinschaft erholte sich, und unter der Herrschaft der Normannen wurde die Abtei im 10. Jahrhundert wiederaufgebaut, was ihren Einfluss weiter festigte.
Die heute sichtbaren Ruinen stammen hauptsächlich aus dem 11. Jahrhundert, insbesondere die Abteikirche Notre-Dame, die als Meisterwerk der normannischen Romanik gilt. Ihre Türme und die filigrane Steinmetzarbeit zeigen die hohe Kunstfertigkeit der damaligen Baumeister. Die ältere, karolingische Kirche Saint-Pierre, die ebenfalls noch auf dem Gelände steht, bietet einen Einblick in frühere Bauepochen und die kontinuierliche Entwicklung des Klosters über die Jahrhunderte hinweg.
Ihr Niedergang begann mit der Französischen Revolution, als die Abtei säkularisiert und verkauft wurde. Sie diente als Steinbruch, und viele ihrer wertvollen Elemente wurden abgetragen. Trotz dieser Zerstörung bewahrte Jumièges seine Anziehungskraft und inspirierte zahlreiche Künstler und Schriftsteller, darunter Victor Hugo, der sie als 'schönste Ruine Frankreichs' bezeichnete. Heute ist die Abtei von Jumièges ein geschütztes Denkmal, das Besucher besichtigen können.