Die Geschichte von Ainola ist mit dem Leben von Jean Sibelius (1865-1957) verknüpft, einem der bedeutendsten Komponisten der Welt. Er und seine Frau Aino ließen sich 1904 in diesem eigens für sie entworfenen Holzhaus am Ufer des Tuusula-Sees nieder. Hier verbrachte Sibelius über 50 Jahre seines Lebens, komponierte einen Großteil seiner Werke und fand die Ruhe und Inspiration, die er für sein Schaffen benötigte. Das Haus selbst, entworfen von Lars Sonck, gehört zur finnischen Nationalromantik und passt zu Sibelius' bescheidenem, naturverbundenem Lebensstil.
Ainola war außerdem Teil einer Künstlerkolonie, die sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts am Tuusula-See etablierte. Diese Ära, oft als das „Goldene Zeitalter“ der finnischen Kunst bezeichnet, brachte eine Reihe von Künstlern, Schriftstellern und Komponisten zusammen, die gemeinsam die finnische Identität und Kultur prägten. Zu dieser Gemeinschaft gehörten neben Sibelius auch der Maler Pekka Halonen, der Schriftsteller Juhani Aho und der Maler Eero Järnefelt, Aino Sibelius' Bruder.
Die Künstlerkolonie am Tuusula-See war ein Ort des intellektuellen Austauschs und der kreativen Zusammenarbeit. Die Landschaft und die Abgeschiedenheit vom städtischen Trubel Helsinkis boten den Künstlern eine gute Umgebung für ihre Arbeit. Heute sind die ehemaligen Wohnhäuser dieser Künstler als Museen erhalten und ermöglichen Besuchern, die Atmosphäre dieser Epoche zu erleben und den Zusammenhang zwischen Kunst, Natur und finnischer Identität nachzuvollziehen.