Ayutthaya war über 400 Jahre lang, von 1350 bis 1767, die Hauptstadt des Königreichs Siam und eine der bedeutendsten Metropolen Südostasiens. Gelegen an der strategisch wichtigen Mündung dreier Flüsse – dem Chao Phraya, Pa Sak und Lopburi – entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum für Handel, Diplomatie und Kultur. Ihre Lage ermöglichte den Zugang zu internationalen Handelsrouten, was in Ayutthaya verschiedene Kulturen zusammenbrachte, darunter chinesische, japanische, indische, persische und europäische Einflüsse.
Die Stadt war bekannt für ihre Tempel, Paläste und ihre fortschrittliche Infrastruktur, die ein komplexes Kanalsystem umfasste. Unter der Herrschaft der Könige von Ayutthaya erlebte das Königreich eine Blütezeit der Kunst, Literatur und Architektur. Die Bauwerke vereinten Khmer-, Sukhothai- und lokale thailändische Stile, die bis heute in den Ruinen des historischen Parks sichtbar sind. Die Stadt war mächtig und wohlhabend, beheimatete Millionen von Einwohnern und war ein Zentrum buddhistischer Gelehrsamkeit.
Das Zeitalter Ayutthayas fand 1767 ein jähes Ende, als die Stadt nach einer langen Belagerung von der burmesischen Armee erobert und vollständig zerstört wurde. Die meisten Gebäude wurden niedergebrannt, Schätze geplündert und die Bevölkerung dezimiert. Die Zerstörung war so umfassend, dass die Hauptstadt nach Thonburi und später nach Bangkok verlegt werden musste. Heute erinnern die verbliebenen Ruinen an diese Ereignisse. Der Ayutthaya Historical Park wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist für alle empfehlenswert, die die Geschichte Thailands verstehen möchten.