Der Bosque de Los Tilos ist ein Relikt der Erdgeschichte. Er ist Teil des Laurisilva, eines feuchten, subtropischen Lorbeerwaldes, der während des Tertiärs weite Teile Südeuropas und Nordafrikas bedeckte. Die Kanarischen Inseln, insbesondere La Palma, boten durch ihr mildes Klima und die hohe Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für das Überleben dieser Wälder, als sie in anderen Regionen durch Klimaveränderungen verschwanden.
Die Insel La Palma selbst ist vulkanischen Ursprungs, und die Entstehung des Bosque de Los Tilos hängt mit der geologischen Entwicklung der Insel zusammen. Die tiefen Schluchten und steilen Hänge, die den Wald durchziehen, wurden über Millionen von Jahren durch Erosion geformt und bieten den Pflanzen Schutz und die notwendige Feuchtigkeit. Das Wasser, das durch den Wald fließt und die Cascada de Los Tilos speist, stammt aus den höheren Regionen der Insel und trägt maßgeblich zur üppigen Vegetation bei.
Die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat im Jahr 1983 betont die globale Bedeutung dieses Ökosystems und die Notwendigkeit seines Schutzes. Hier zeigt sich das Zusammenleben von Mensch und Natur, auch wenn die menschliche Besiedlung La Palmas erst vor etwa 2.500 Jahren begann. Die Ureinwohner, die Benahoaritas, lebten im Einklang mit der Natur, und auch heute noch ist der Respekt vor dieser Landschaft in der Kultur der Palmeros verwurzelt.