Die Geschichte und Kultur von Casapueblo sind untrennbar mit dem Leben und Werk seines Schöpfers, Carlos Páez Vilaró (1923-2014), verbunden. Vilaró war ein multidisziplinärer uruguayischer Künstler, dessen Schaffen Malerei, Skulptur, Keramik, Film und Musik umfasste. Er begann 1958 mit dem Bau von Casapueblo, ursprünglich als kleines Holzhaus, das sich über Jahrzehnte zu dem organischen, lehmartigen Komplex entwickelte, den wir heute sehen. Inspiriert von den Nestern der Tero-Vögel und den Häusern der Mittelmeerregion, baute Vilaró das Haus ohne Baupläne, allein mit seiner Vorstellungskraft und den Händen von lokalen Fischern und Arbeitern.
Casapueblo wurde zu Vilarós Hauptwerk und einem Symbol seiner kreativen Freiheit. Es diente ihm als Wohnsitz, Atelier und Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle aus aller Welt. Vilarós Kunst war stark von seinen Reisen und Begegnungen beeinflusst, insbesondere von seinen Erfahrungen in Afrika und bei der afro-uruguayischen Candombe-Kultur. Diese Einflüsse zeigen sich in den Farben, Formen und der Lebendigkeit seiner Werke, die im Museum von Casapueblo ausgestellt sind.
Ein zentraler kultureller Aspekt Casapueblos ist die tägliche "Sonnenuntergangszeremonie" (Ceremonia del Sol). Jeden Abend, wenn die Sonne über dem Horizont versinkt, wird aus Lautsprechern ein Gedicht Vilarós verlesen, das die Sonne als Freund und Lehrer preist und den Tag verabschiedet. Diese Zeremonie zeigt die spirituelle Verbindung Vilarós zur Natur und seine Lebensphilosophie.