Chacchoben, dessen Name in der Maya-Sprache 'Ort des roten Maises' bedeutet, war eine bedeutende Stadt während der Klassischen Periode der Maya, etwa zwischen 200 und 800 n. Chr. Die Stätte wurde um 350 n. Chr. gegründet und erlebte ihre Blütezeit zwischen 600 und 800 n. Chr., als sie ein wichtiges regionales Zentrum für Handel, Landwirtschaft und religiöse Praktiken war. Die Architektur der Ruinen zeigt Einflüsse verschiedener Maya-Stile, was auf weitreichende Kontakte und den Austausch mit anderen Stadtstaaten hindeutet.
Nach dem Niedergang der Maya-Zivilisation im 9. Jahrhundert wurde Chacchoben, wie viele andere Städte, verlassen und vom Dschungel überwuchert. Die Stätte blieb für Jahrhunderte verborgen und wurde erst 1972 von einem amerikanischen Archäologen wiederentdeckt. Die Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten begannen jedoch erst in den späten 1990er Jahren unter der Leitung des mexikanischen Nationalinstituts für Anthropologie und Geschichte (INAH), das die Ruinen für die Öffentlichkeit zugänglich machte und ihre Erhaltung sicherstellt.
Die freigelegten Strukturen, darunter Pyramiden, Plattformen und Wohngebäude, geben Aufschluss über die komplexe Gesellschaftsstruktur, die religiösen Überzeugungen und das fortschrittliche astronomische Wissen der Maya. Viele der Gebäude waren einst mit Stuck und farbenfrohen Fresken verziert, von denen heute nur noch Spuren erhalten sind.