Die Gegend um Chiclayo ist eine Wiege antiker peruanischer Zivilisationen, deren Geschichte weit vor der Ankunft der Inkas beginnt. Hier blühte die Moche-Kultur (ca. 100-800 n. Chr.), bekannt für ihre Keramik, komplexe Bewässerungssysteme und monumentale Lehmziegelarchitektur. Die Entdeckung des unversehrten Grabes des Herrn von Sipán im Jahr 1987 in Huaca Rajada war eine archäologische Sensation, die mit der Entdeckung von Tutanchamuns Grab in Ägypten verglichen wird. Dieser Fund gab Aufschluss über die soziale Struktur, die religiösen Praktiken und die künstlerische Fertigkeit der Moche.
Nach dem Niedergang der Moche-Kultur folgte die Lambayeque-Kultur (Sicán, ca. 750-1375 n. Chr.), die ihre eigenen architektonischen und künstlerischen Stile entwickelte, wie die Pyramiden von Tucume belegen. Diese Kulturen hinterließen ein Erbe von Gold- und Silberschmuck, feinen Textilien und komplexen Keramikarbeiten, die heute in den Museen der Region, wie dem Museo Tumbas Reales de Sipán und dem Brüning Museum, bewundert werden können. Die Geschichte dieser Kulturen ist geprägt von hochentwickelten Gesellschaften, die ein tiefes Verständnis für Astronomie, Landwirtschaft und Kunst besaßen.
Die kulturelle Identität Chiclayos ist tief in dieser präkolumbianischen Vergangenheit verwurzelt, aber auch von der kolonialen und republikanischen Ära geprägt. Die Stadt selbst wurde erst im 19. Jahrhundert gegründet, doch ihre Umgebung war seit Jahrtausenden besiedelt. Heute stehen in Chiclayo alte Traditionen und modernes Leben nebeneinander, und indigene Bräuche, wie sie auf dem Hexenmarkt zu sehen sind, bestehen neben zeitgenössischen Einflüssen. Die Bewohner pflegen ihr kulturelles Erbe und teilen es gerne mit Besuchern, die sich für die Geschichte Perus interessieren.