Dalyan und seine Umgebung sind tief in der Geschichte verwurzelt und geben einen Einblick in die antiken Zivilisationen Anatoliens. Die Region war einst Teil des antiken Kariens und später des Lykischen Reiches. Zeugnisse dieser Epoche sind die lykischen Felsengräber, die hoch in die Klippen des Çandır-Berges gehauen wurden. Diese Gräber, die oft wie Tempelfassaden gestaltet sind, dienten als letzte Ruhestätte für Könige und Adelige und zeigen den Glauben der Lykier an ein Leben nach dem Tod, bei dem die Toten von geflügelten Sirenen in den Himmel getragen werden sollten.
Direkt gegenüber von Dalyan, auf der anderen Seite des Flusses, liegt die antike Stadt Kaunos. Diese Stadt war einst ein bedeutender Hafen und Handelszentrum, obwohl sie heute mehrere Kilometer von der Küste entfernt liegt, da sich das Delta über die Jahrhunderte ausgedehnt hat. Kaunos wurde im 10. Jahrhundert v. Chr. gegründet und erlebte eine Blütezeit unter karischer, lykischer, persischer, hellenistischer und römischer Herrschaft. Die Ruinen umfassen ein gut erhaltenes Theater, römische Bäder, eine Akropolis, Tempel und eine Basilika, die an die einstige Größe der Stadt erinnern.
Die Geschichte Dalyans ist eng mit dem Fluss und dem Meer verbunden. Als Fischerdorf und landwirtschaftliches Zentrum hat es seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Die lokale Kultur ist geprägt von einer Mischung aus türkischen Traditionen und dem Einfluss der vielen Besucher. Die Bewohner sind stolz auf ihr Naturerbe, insbesondere den Iztuzu-Strand und die Caretta Caretta Schildkröten, deren Schutz ein wichtiger Bestandteil des lokalen Bewusstseins ist.