Dewa Sanzan ist das Herzstück der Shugendo-Religion, einer japanischen Form des Bergasketismus, die Elemente des Buddhismus, Shintoismus und alter Naturverehrung miteinander verbindet. Seit über 1400 Jahren pilgern Yamabushi, die Bergasketen, zu diesen drei heiligen Bergen – Haguro-san, Gassan und Yudono-san –, um durch strenge Rituale und Meditation in der Natur Erleuchtung zu suchen und spirituelle Kräfte zu erlangen.
Haguro-san, der niedrigste und am leichtesten zugängliche der drei Berge, dient als Eingangstor und ist der einzige, der ganzjährig geöffnet ist. Er gehört zur Gegenwart und zum Hier und Jetzt. Gassan, der höchste der drei Berge, ist der Vergangenheit und dem Reich der Toten zugeordnet, Yudono-san der Zukunft und der Wiedergeburt. Zusammen bilden sie einen Kreislauf des Lebens und der Wiedergeburt, der von den Pilgern durchschritten wird.
Die Geschichte von Dewa Sanzan ist geprägt von der Verehrung der Natur, der Entwicklung architektonischer Stile wie der fünfstöckigen Pagode und der Bewahrung alter Rituale und Bräuche. Entlang des Pilgerpfades stehen Schreine und Tempel, die über Jahrhunderte gepflegt und erhalten wurden.