El Jadida, einst als Mazagan bekannt, blickt auf eine Geschichte zurück, die eng mit der portugiesischen Kolonialzeit zusammenhängt. Im frühen 16. Jahrhundert von den Portugiesen als befestigter Handelsposten gegründet, entwickelte sich die Stadt schnell zu einer strategisch wichtigen Festung an der marokkanischen Küste. Die gut erhaltene Cité Portugaise, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, stammt aus dieser Epoche. Ihre massiven Mauern und die Architektur zeigen die militärischen und städtebaulichen Konzepte der Renaissance und sind ein Beispiel europäischer Militärarchitektur in Marokko.
Nach fast 250 Jahren portugiesischer Herrschaft wurde Mazagan im Jahr 1769 von Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah zurückerobert. Die Portugiesen zerstörten beim Abzug große Teile der Festung, doch die Stadt wurde später von Sultan Moulay Abd al-Rahman im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut und in El Jadida umbenannt, was 'die Neue' bedeutet. Diese Wiederbelebung führte zu einer Blütezeit, in der sich die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelte und eine Bevölkerung anzog, darunter Muslime, Juden und Christen, die friedlich zusammenlebten.
Die Kultur El Jadidas ist eine Mischung aus arabisch-berberischen Traditionen und europäischen Einflüssen. Dies zeigt sich in der Architektur, in der Lebensweise, der Küche und den Bräuchen der Stadt. Besucher können diese kulturelle Vielfalt in den engen Gassen der Medina, auf den belebten Märkten und in den historischen Gebäuden spüren.