Die Geschichte Martiniques ist geprägt von der Kolonialzeit, der Sklaverei und dem Kampf um Freiheit und Identität. Ursprünglich von den Arawak und später den Kariben bewohnt, wurde die Insel 1502 von Christoph Kolumbus gesichtet und 1635 von Frankreich kolonisiert. Fort-de-France, ursprünglich Fort-Royal genannt, entwickelte sich schnell zum administrativen und wirtschaftlichen Zentrum. Die Sklaverei spielte eine zentrale Rolle in der Zuckerrohrwirtschaft der Insel, bis zu ihrer endgültigen Abschaffung durch Victor Schoelcher im Jahr 1848.
Ein prägendes Ereignis in der jüngeren Geschichte war der Ausbruch des Mont Pelée im Jahr 1902, der die damalige Hauptstadt Saint-Pierre vollständig zerstörte und Fort-de-France zur unangefochtenen Metropole machte. Diese Ereignisse haben die Kultur und das Bewusstsein der Martinikaner nachhaltig beeinflusst und zeigen sich in ihrer Musik, Kunst und Literatur. Persönlichkeiten wie der Dichter Aimé Césaire, ein Pionier der Négritude-Bewegung, haben die intellektuelle und kulturelle Identität der Insel maßgeblich geprägt.
Heute ist Martinique ein Überseedépartement Frankreichs, was sich in der Amtssprache Französisch, dem Euro als Währung und der Infrastruktur zeigt. Dennoch bewahrt die Insel ihre kreolische Kultur, eine Mischung aus afrikanischen, europäischen und karibischen Traditionen. Dies zeigt sich in der Musik (Zouk, Biguine), den bunten Festen und der Mentalität der Bevölkerung, die stolz auf ihre Wurzeln und ihre Insel ist.