Der Garajonay Nationalpark ist ein Fenster in die Erdgeschichte. Der Lorbeerwald ist ein Relikt aus dem Tertiär, einer Zeit vor Millionen von Jahren, als diese Art von Wald weite Teile Südeuropas und Nordafrikas bedeckte. Durch die Eiszeiten und Klimaveränderungen verschwanden diese Wälder auf dem Festland, konnten sich aber auf den Kanarischen Inseln dank des feuchten und milden Klimas halten. Der Park ist somit ein lebendes Fossil, an dem sich die Evolution ablesen lässt.
Die Insel La Gomera selbst ist vulkanischen Ursprungs, und die geologischen Formationen im Park, wie der Roque de Agando, belegen diese vulkanische Vergangenheit. Die Geschichte der Insel ist auch eng mit der Kultur der Ureinwohner, der Guanchen, verbunden. Obwohl der Park selbst keine direkten archäologischen Stätten im Vordergrund hat, ist er ein Ort, der seit jeher von Menschen bewohnt und genutzt wurde, was in alten Pfaden und Terrassen sichtbar ist.
Ein weiteres kulturelles Erbe, das eng mit La Gomera und seiner Natur verbunden ist, ist "El Silbo Gomero", die Pfeifsprache. Diese Kommunikationsform wurde entwickelt, um über die tiefen Schluchten und Täler der Insel hinweg zu kommunizieren. Obwohl nicht direkt im Park entstanden, ist sie ein integraler Bestandteil der gomerischen Identität und ein Beispiel für die Anpassung des Menschen an die anspruchsvolle Topografie der Insel, die auch den Garajonay prägt. El Silbo ist ebenfalls ein immaterielles UNESCO-Kulturerbe.