Die Geschichte Giethoorns ist mit dem Torfabbau verbunden, der im 18. Jahrhundert begann und die Landschaft des Dorfes maßgeblich prägte. Die Bewohner gruben Torf, um Brennmaterial zu gewinnen, und schufen dabei die charakteristischen Gräben und Kanäle, die heute das Markenzeichen Giethoorns sind. Der abgebaute Torf wurde auf Punter-Booten transportiert, was die Entwicklung eines Transportsystems über Wasser förderte und das Dorf zu dem machte, was es heute ist: ein Ort ohne Straßen, aber mit einem dichten Netz aus Wasserwegen.
Die Kultur Giethoorns ist von dieser Vergangenheit geprägt. Die traditionellen Bauernhäuser mit ihren hohen, reetgedeckten Dächern sind ein Beleg für die damalige Bauweise und den Lebensstil. Diese Dächer waren praktisch und zugleich ein Statussymbol, da das Reet ein teures Material war. Das Museum 't Olde Maat Uus gibt Einblick in diese Epoche und zeigt, wie die Menschen in Giethoorn lebten und arbeiteten, von der Torfstecherei bis zur Fischerei.
Obwohl Giethoorn heute ein beliebtes Touristenziel ist, hat es geschafft, seinen ursprünglichen Charme und seine Authentizität zu bewahren. Die Bewohner leben weiterhin im Einklang mit dem Wasser, und die Ruhe des Dorfes stammt aus der Zeit, als die Punter-Boote die einzigen Geräusche auf den Grachten waren. Es ist ein lebendiges Museum, das die Geschichte seiner Landschaft und seiner Menschen erzählt.