Der Haleakalā-Vulkan ist geologisch bedeutsam und hat zugleich eine kulturelle und spirituelle Bedeutung für die hawaiianischen Ureinwohner. Sein Name, "Haus der Sonne", leitet sich von der Legende ab, dass der Halbgott Maui hier die Sonne gefangen hielt, um ihren Lauf zu verlangsamen und den Menschen mehr Tageslicht für die Landwirtschaft zu schenken. Diese Legende zeigt die Rolle, die der Vulkan im Leben und in den Überzeugungen der alten Hawaiianer spielte, die ihn als heiligen Ort verehrten und für Rituale und Zeremonien nutzten.
Geologisch gesehen ist Haleakalā ein Schildvulkan, der sich über Millionen von Jahren durch aufeinanderfolgende Lavaflüsse aufgebaut hat. Obwohl er seit Jahrhunderten nicht mehr ausgebrochen ist – der letzte Ausbruch wird auf das 15. bis 18. Jahrhundert datiert –, gilt er als schlafend und nicht als erloschen. Der riesige "Krater" an seinem Gipfel ist eigentlich ein Erosionsbecken, das durch das Zusammenfließen zweier großer Täler entstanden ist und später durch kleinere Vulkanausbrüche innerhalb des Beckens geformt wurde, was zu den markanten Schlackenkegeln führte.
Die Gründung des Haleakalā-Nationalparks im Jahr 1961, ursprünglich als Teil des Hawaii-Nationalparks, zielte darauf ab, diese Landschaft und ihre empfindlichen Ökosysteme zu schützen. Im Park leben viele endemische Arten, die sich an die extremen Bedingungen der Höhenlage angepasst haben, darunter die Silberschwertpflanze (Ahinahina), die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommt. Der Schutz dieser Arten und die Bewahrung der kulturellen Stätten sind zentrale Aufgaben des Parks, der Besuchern die Möglichkeit bietet, die Schönheit und die Geschichte des Ortes zu erleben.