Die Marquesas-Inseln, und insbesondere Nuku Hiva mit Hatiheu, sind Wiegen einer der Kulturen Polynesiens. Die Geschichte der Marquesaner reicht Tausende von Jahren zurück, als Seefahrer aus Südostasien diese abgelegenen Inseln besiedelten. Sie entwickelten eine eigene Kultur, die sich durch Kunstfertigkeit, komplexe soziale Strukturen und eine mündliche Überlieferung auszeichnete.
Die archäologischen Stätten rund um Hatiheu, wie Kamuihei, Tahakia und Hikokua, sind Zeugnisse dieser Vergangenheit. Hier finden sich riesige Tiki-Statuen, die Gottheiten oder Vorfahren darstellen, sowie kunstvoll angelegte Zeremonialplattformen (tohua) und Wohnstätten. Diese Stätten waren Zentren des sozialen, religiösen und politischen Lebens und erzählen Geschichten von Häuptlingen, Kriegern und Priestern.
Obwohl die Ankunft der Europäer im 18. Jahrhundert und die spätere Kolonisierung durch Frankreich tiefgreifende Veränderungen mit sich brachten, haben die Marquesaner ihre kulturelle Identität bewahrt. Tanz, Gesang, Tätowierungen und traditionelles Kunsthandwerk, insbesondere Holzschnitzereien und Tapa-Stoffe, sind nach wie vor Ausdrucksformen ihrer Geschichte und ihres Stolzes. Hatiheu bietet die Möglichkeit, diese Kultur vor Ort zu erleben.