Kleve hat eine lange Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Die Stadt war einst das Zentrum des Herzogtums Kleve, einer bedeutenden Territorialherrschaft im Heiligen Römischen Reich. Ihre strategische Lage am Niederrhein machte sie zu einem wichtigen Handels- und Militärstandort. Die Schwanenburg, das Wahrzeichen der Stadt, zeigt diese Vergangenheit und ist untrennbar mit der Legende des Schwanenritters Lohengrin verbunden, die auch Richard Wagner zu seiner Oper inspirierte.
Ein prägender Charakter der Klever Geschichte war Johann Moritz von Nassau-Siegen, der im 17. Jahrhundert als Statthalter von Brandenburg-Preußen in Kleve wirkte. Er ließ die barocken Gartenanlagen, den heutigen Forstgarten, anlegen und prägte das kulturelle und architektonische Bild der Stadt maßgeblich. Durch sein Wirken wurde Kleve ein kulturelles Zentrum und eine Stadt der Künste, deren Erbe bis heute spürbar ist. Die Stadt war auch eng mit dem Haus Oranien-Nassau verbunden, was ihre internationale Bedeutung zeigt.
Im 20. Jahrhundert erlitt Kleve während des Zweiten Weltkriegs schwere Zerstörungen, wurde aber wiederaufgebaut, wobei die historischen Strukturen teilweise rekonstruiert oder modern interpretiert wurden. Heute ist Kleve auch ein Zentrum für Kunst und Kultur. Das Museum Kurhaus Kleve zeigt eine Sammlung moderner Kunst und ist eng mit dem Werk des Künstlers Joseph Beuys verbunden, der hier seine Kindheit und Jugend verbrachte. Die Stadt pflegt ihre Traditionen und ihr kulturelles Erbe, das in Veranstaltungen und Festen lebendig gehalten wird.