Die Geschichte von Knossos gehört zur minoischen Zivilisation, die von etwa 2700 bis 1450 v. Chr. auf Kreta florierte. Benannt nach dem mythischen König Minos, war sie die erste Hochkultur Europas und zeichnete sich durch ihre fortschrittliche Kunst, Architektur und eine friedliche, maritime Lebensweise aus. Der Palast von Knossos war ein königlicher Wohnsitz und zugleich ein religiöses, wirtschaftliches und administratives Zentrum, das Tausende von Menschen unterbrachte.
Die Minoer waren Seefahrer und Händler, deren Einfluss sich über das gesamte östliche Mittelmeer erstreckte. Ihre Kunst ist bekannt für ihre Fresken, die Szenen aus dem täglichen Leben, religiöse Rituale und die Natur darstellen. Der Palast selbst hatte mehrere Stockwerke, komplexe Entwässerungssysteme und große Lagerhallen für Olivenöl und Wein. Die Zivilisation endete abrupt, möglicherweise durch einen Vulkanausbruch auf Santorin und nachfolgende Invasionen.
Die Wiederentdeckung von Knossos durch Arthur Evans zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Sensation und brachte die minoische Kultur ans Licht. Evans' umstrittene, aber wegweisende Rekonstruktionen haben dazu beigetragen, den Palast für Besucher anschaulich zu machen und die Vorstellung vom Labyrinth des Minotaurus, einer Kreatur halb Mensch, halb Stier, die in einem komplexen Irrgarten gefangen war, wachzuhalten.