Kolmanskuppe, eine Geisterstadt mitten in der namibischen Wüste, ist ein Relikt der Diamantenrausch-Ära und bietet einen Einblick in eine längst vergangene Zeit. Einst eine wohlhabende Bergbausiedlung, die mit allem Komfort ausgestattet war, den man sich in der unwirtlichen Umgebung vorstellen konnte, wurde sie nach dem Rückgang des Diamantenabbaus in den 1930er Jahren aufgegeben. Heute erinnern die vom Wüstensand verschluckten Gebäude an die ehemalige Pracht und das abrupte Ende dieses Kapitels der namibischen Geschichte.
Die Stadt, die ihren Namen dem Transportunternehmer Johnny Coleman verdankt, der hier im Sand stecken blieb, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Zentrum des Diamantenfiebers in Namibia. Deutsche Siedler und Abenteurer strömten herbei, um ihr Glück zu versuchen, und errichteten eine Siedlung mit Krankenhaus, Schule, Theater, Kegelbahn und sogar einer Eisfabrik. Der Reichtum der Diamanten ermöglichte einen luxuriösen Lebensstil, der im krassen Gegensatz zur kargen Umgebung stand.
Ein Besuch in Kolmanskuppe ist wie eine Zeitreise. Die verlassenen Häuser, die langsam von den Wanderdünen zurückerobert werden, erzählen von Hoffnung, Reichtum und dem Vormarsch der Natur. Die zerfallende Architektur und die Landschaft der Namib-Wüste machen Kolmanskuppe zu einem der fotogensten Reiseziele im südlichen Afrika, das man von Lüderitz aus gut erreichen kann.