Lamanai, dessen Name "untergetauchtes Krokodil" bedeutet, ist eine der am längsten durchgehend besiedelten Maya-Stätten in Belize, mit einer Geschichte, die über 3.000 Jahre zurückreicht. Die Stadt war vom präklassischen Zeitalter (ca. 1500 v. Chr.) bis in die spanische Kolonialzeit (17. Jahrhundert n. Chr.) bewohnt. Das zeigt die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der Maya. Ihre strategische Lage am New River machte sie zu einem wichtigen Handelszentrum und ermöglichte den Zugang zu den Karibischen Meeren.
Die Architektur von Lamanai zeigt verschiedene Perioden der Maya-Zivilisation, von den frühen, massiven Plattformen bis zu den späteren, komplexeren Tempeln. Besonders bemerkenswert sind die riesigen Stuckmasken am Mask Temple, die Gesichter mit Krokodil- und Jaguarelementen zeigen und die spirituelle Verbindung der Maya zur Natur und ihren Gottheiten verdeutlichen. Der High Temple, eine der höchsten Pyramiden in Belize, diente als religiöses Zentrum, zugleich als Beobachtungsposten und Symbol der Macht.
Die Entdeckung europäischer Artefakte in Lamanai, wie zum Beispiel eine spanische Kirche aus dem 16. Jahrhundert, belegt die frühen Kontakte und Konflikte zwischen den Maya und den spanischen Eroberern. Trotz der Kolonialisierungsversuche gelang es den Maya von Lamanai, ihre Kultur und Identität über Jahrhunderte hinweg zu bewahren.