Die Loreley und das Obere Mittelrheintal sind ein Kernstück der deutschen Romantik. Die Region wurde 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, eine Anerkennung ihrer Kulturlandschaft, die sich über 65 Kilometer von Bingen bis Koblenz erstreckt. Diese Landschaft ist geprägt von einer hohen Dichte an Burgen und Schlössern, die die strategische Bedeutung des Rheins als Handelsweg und Grenzfluss über Jahrhunderte belegen.
Die bekannteste Legende der Region ist die der Loreley, einer Nixe, die mit ihrem Gesang die Schiffer ins Verderben lockte. Diese Geschichte, verewigt in Heinrich Heines Gedicht, ist in der lokalen Folklore verwurzelt und bestimmt das Bild des Loreley-Felsens. Doch auch abseits der Sagenwelt umfasst die Geschichte des Tals, von den Römern, die hier erste Siedlungen gründeten, über die Zeit der Ritter und Fürsten bis hin zur Blütezeit der Rheinromantik im 19. Jahrhundert, als Dichter und Maler die Schönheit der Landschaft für sich entdeckten.
Im Tal begegnen sich Geschichte und Natur. Die Burgen, viele davon restauriert oder als Ruinen erhalten, laden dazu ein, sich in vergangene Zeiten zu versetzen. Museen und Besucherzentren, wie das auf dem Loreley-Plateau, bieten Einblicke in die geologische Entstehung des Tals, seine Flora und Fauna sowie die kulturelle Entwicklung.