Marrakesch wurde im 11. Jahrhundert von den Almoraviden gegründet und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit unter den Almohaden im 12. Jahrhundert, als sie zur Hauptstadt eines riesigen Reiches wurde, das sich von Spanien bis nach Libyen erstreckte. In dieser Zeit entstanden viele Bauwerke, darunter die Koutoubia-Moschee und die Stadtmauern, die noch heute das Stadtbild prägen. Die Architektur Marrakeschs ist geprägt von Lehmbauten, die der Stadt ihren Beinamen "Rote Stadt" gaben.
Verschiedene Dynastien, die über die Jahrhunderte herrschten, hinterließen in der Stadt jeweils ihre Spuren. Von den Saadiern, die im 16. Jahrhundert prächtige Paläste und Gräber errichteten, bis zu den Alawiden, der heutigen Herrscherdynastie, die die Stadt weiterentwickelte. Marrakesch war stets ein Treffpunkt für Händler, Gelehrte und Künstler aus Afrika, Europa und dem Nahen Osten.
Heute treffen in Marrakesch alte Traditionen auf moderne Einflüsse. Die Medina, ein UNESCO-Weltkulturerbe, bewahrt die Geschichte der Stadt. In der marokkanischen Kultur hat die Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert, und Besucher werden oft mit Wärme und Offenheit empfangen. Musik, Handwerkskunst und Erzähltraditionen, die auf dem Djemaa el Fna gepflegt werden, gehören zur kulturellen Identität der Stadt.