Die Geschichte Myrdals ist mit dem Bau der Bergensbanen verbunden, der Eisenbahnstrecke zwischen Oslo und Bergen, die Anfang des 20. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Myrdal entstand als wichtiger Bahnhof und Knotenpunkt auf dieser anspruchsvollen Gebirgsstrecke, die durch einige der rauesten Landschaften Norwegens führt. Tausende von Arbeitern, die sogenannten 'Rallar', leisteten unter extremen Bedingungen Pionierarbeit, um Tunnel zu graben und Gleise zu verlegen, was in Myrdal menschliche Ingenieurskunst und Entschlossenheit sichtbar macht.
Ein weiterer Abschnitt der Geschichte Myrdals ist der Bau der Flåmsbana, die 1940 eröffnet wurde. Diese Nebenstrecke, die von Myrdal hinunter zum Aurlandsfjord in Flåm führt, ist eine der steilsten Normalspur-Eisenbahnen der Welt. Sie wurde gebaut, um die abgelegene Region um Flåm an die Hauptbahnlinie anzubinden und den Transport von Gütern und Personen zu erleichtern, was die wirtschaftliche Entwicklung der Region maßgeblich beeinflusste.
Heute bewahrt Myrdal seinen historischen Charakter als Eisenbahnknotenpunkt. Der Rallarvegen, der ehemalige Bauweg der Bergensbanen, ist ein Denkmal dieser Ära und erinnert an die harte Arbeit und das Durchhaltevermögen. Die Umgebung von Myrdal ist ein Freilichtmuseum der norwegischen Eisenbahngeschichte und der Anpassung an die raue Natur, was Geschichts- und Technikinteressierte besonders anspricht.