Mystras, auch bekannt als die "Geisterstadt" oder "Stadt der Toten", ist ein Denkmal der byzantinischen Geschichte. Die Stadt wurde 1249 von dem fränkischen Fürsten Wilhelm II. von Villehardouin als Festung gegründet, um die Kontrolle über das Taygetos-Gebirge zu sichern. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1262, fiel sie jedoch an die Byzantiner zurück und wurde zum Zentrum des Despotats Morea, einem autonomen byzantinischen Fürstentum.
Unter byzantinischer Herrschaft erlebte Mystras eine Blütezeit, insbesondere im 14. und 15. Jahrhundert. Sie entwickelte sich zu einem bedeutenden kulturellen und intellektuellen Zentrum, das Gelehrte, Künstler und Philosophen anzog. Die Kirchen und Klöster von Mystras wurden mit Fresken ausgestattet, die als Beispiele der spätbyzantinischen Malerei gelten. Hier wurde 1449 Konstantin XI. Palaiologos, der letzte byzantinische Kaiser, gekrönt, bevor er nach Konstantinopel zog.
Die osmanische Eroberung im Jahr 1460 beendete die byzantinische Ära von Mystras. Obwohl die Stadt unter osmanischer und später venezianischer Herrschaft noch einige Zeit bewohnt war, verlor sie allmählich an Bedeutung und wurde im 19. Jahrhundert, nach der Gründung des modernen griechischen Staates, endgültig verlassen. Heute ist Mystras eine UNESCO-Weltkulturerbestätte.