Gegründet von den Griechen als 'Neapolis' (Neue Stadt), war sie über Jahrhunderte ein wichtiges Zentrum der Magna Graecia. Später wurde sie Teil des Römischen Reiches und erlebte eine Blütezeit, deren Spuren noch heute im Archäologischen Nationalmuseum und in den unterirdischen Gängen zu finden sind. Die Stadt war auch die Hauptstadt des Königreichs Neapel, das über viele Jahrhunderte hinweg von verschiedenen Dynastien wie den Normannen, Staufern, Anjou, Aragoniern und Bourbonen regiert wurde. Die Dynastien haben eine Vielfalt architektonischer Stile hinterlassen.
Diese wechselvolle Geschichte hat Neapel zu einer Stadt vieler Kulturen gemacht, was sich in Kunst, Musik und Traditionen zeigt. Die neapolitanische Oper hat eine lange Tradition, und die 'Canzone Napoletana' (neapolitanisches Lied) ist weltweit bekannt. Die Religiosität der Neapolitaner zeigt sich in den zahlreichen Kirchen und den jährlichen Festen zu Ehren ihrer Schutzheiligen, insbesondere San Gennaro, dessen Blutwunder ein zentraler Bestandteil der lokalen Identität ist.
Neapel ist auch eine Stadt der Gegensätze, wo Prunk und Armut, Chaos und Schönheit nebeneinander existieren. Diese Dualität hat die neapolitanische Mentalität geprägt: Lebensfreude, Fatalismus und Verbundenheit mit Familie und Gemeinschaft. Die Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein Denkmal dieser Geschichte und Kultur.