Die Geschichte Oingts reicht bis ins Mittelalter. Ursprünglich eine befestigte Siedlung, die strategisch auf einem Hügel gelegen war, diente das Dorf dazu, die Handelswege zwischen Lyon und dem Burgund zu überwachen. Der Name Oingt leitet sich vermutlich vom lateinischen 'Aqueductum' ab, was auf die Bedeutung von Wasser in der Region hinweist. Die Blütezeit des Dorfes war im 13. und 14. Jahrhundert, als es Sitz einer mächtigen Herrschaft war, deren Einfluss weit über die Grenzen des Beaujolais hinausreichte.
Die Architektur des Dorfes erinnert noch heute an die Vergangenheit. Die goldenen Steine, aus denen die meisten Gebäude errichtet wurden, verleihen Oingt den Beinamen 'Land der goldenen Steine'. Die Überreste der ehemaligen Burg, insbesondere der Tour d'Oingt, zeigen die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Die Kirche Saint-Mathieu mit ihren romanischen Elementen ist ein weiteres historisches Bauwerk und zeigt, wie tief das Dorf in der regionalen Kultur und Religion verwurzelt ist.
Heute ist Oingt Mitglied der Vereinigung 'Les Plus Beaux Villages de France'. Das Dorf hat es geschafft, seinen historischen Charakter zu bewahren, während es sich gleichzeitig für Besucher öffnet. Oingt erzählt die Geschichte des Beaujolais und seiner Bewohner und gibt einen Einblick in das ländliche Leben Frankreichs über die Jahrhunderte hinweg. Kunsthandwerker und lokale Künstler tragen dazu bei, die kulturelle Tradition am Leben zu erhalten.