Die Geschichte Pomerodes ist mit der deutschen Einwanderung im 19. Jahrhundert verbunden. Ab 1861 siedelten sich deutsche Immigranten, hauptsächlich aus Pommern, in dieser Region Brasiliens an, angezogen von der fruchtbaren Erde und der Möglichkeit, ein neues Leben aufzubauen. Sie brachten ihre Sprache, Bräuche, Architektur und ihren Fleiß mit, die das Stadtbild und die Lebensweise bis heute bestimmen. Die isolierte Lage trug dazu bei, dass viele Traditionen und sogar der pommersche Dialekt (Plattdeutsch) über Generationen hinweg bewahrt werden konnten.
Heute ist Pomerode stolz auf sein kulturelles Erbe und pflegt es aktiv. Dies zeigt sich in der Fachwerkarchitektur, den sogenannten Enxaimel-Häusern, die überall in der Stadt zu finden sind, und in den jährlichen Festen wie der Festa Pomerana, die deutsche Musik, Tanz, Trachten und Kulinarik zelebriert. Viele Einwohner sprechen neben Portugiesisch auch Deutsch, was das Gefühl vermittelt, in einer kleinen deutschen Enklave mitten in Brasilien zu sein. Museen wie das Museu Pomerano bewahren die Erinnerung an die Pioniere und ihre Errungenschaften.
Die Kultur Pomerodes ist eine Mischung aus deutscher Präzision und brasilianischer Lebensfreude. Die Bewohner sind gastfreundlich und haben Sinn für Gemeinschaft. Diese kulturelle Identität macht Pomerode zu einem Reiseziel, das einen Einblick in die Geschichte der Einwanderung und die erfolgreiche Bewahrung europäischer Traditionen auf südamerikanischem Boden bietet.