Die Geschichte von Port Arthur hängt mit der Ära der britischen Sträflingsdeportation nach Australien zusammen. Von 1830 bis 1877 diente Port Arthur als eine der härtesten und gefürchtetsten Strafanstalten des britischen Empire. Hier wurden die "schlimmsten" der verbannten Kriminellen untergebracht, oft Wiederholungstäter, die für ihre Verbrechen in Großbritannien oder in anderen Kolonien bestraft wurden. Das System war darauf ausgelegt, die Gefangenen durch harte Arbeit, Isolation und moralische Erziehung zu reformieren, doch die Realität war oft eine von Leid und Verzweiflung.
Die Architektur der Anlage, von der Kirche bis zum separaten Gefängnis und der Irrenanstalt, zeigt die damaligen Vorstellungen von Bestrafung und Disziplin. Nach der Schließung der Strafanstalt im Jahr 1877 wurde die Siedlung aufgegeben und teilweise durch Buschfeuer zerstört, bevor sie im 20. Jahrhundert als historische Stätte wiederbelebt wurde. Heute ist Port Arthur ein UNESCO-Weltkulturerbe und erinnert an eine dunkle, aber prägende Epoche der australischen Geschichte.
Neben der Sträflingsgeschichte hat die Tasman-Halbinsel auch eine indigene Geschichte. Die ursprünglichen Bewohner, die Pydairrerme-Aborigines, lebten über Tausende von Jahren in dieser Region. Obwohl ihre Kultur durch die europäische Besiedlung stark beeinträchtigt wurde, gibt es Bemühungen, ihr Erbe zu bewahren und zu teilen. Ein Besuch in Port Arthur bietet Einblicke in die europäische Kolonialgeschichte und zugleich die Möglichkeit, sich mit der oft tragischen Geschichte der indigenen Bevölkerung Tasmaniens auseinanderzusetzen.