Über tausend Jahre lang, von 816 bis 1825, war die Kathedrale Notre-Dame de Reims der traditionelle Krönungsort der französischen Könige. Diese Tradition begann mit der Taufe Chlodwigs I. durch den Heiligen Remigius im Jahr 496, was Reims zu einem symbolischen Geburtsort der französischen Nation machte. Der Palais du Tau, die ehemalige Residenz der Erzbischöfe, erinnert ebenfalls an diese königliche Vergangenheit und beherbergt heute Relikte der Krönungszeremonien.
Während des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt schwer bombardiert und fast vollständig zerstört, da sie nahe der Frontlinie lag. Die Kathedrale, obwohl stark beschädigt, wurde zu einem Symbol des französischen Widerstands. Der Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg, oft im Art-déco-Stil, findet sich heute in vielen ihrer Viertel. Ein weiteres Ereignis ist die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 7. Mai 1945 im Schulgebäude des Collège Moderne et Technique, dem heutigen Musée de la Reddition, das das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa markierte.
Neben diesen Ereignissen ist Reims natürlich das Zentrum der Champagne-Region. Die Geschichte des Champagners reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Mönche wie Dom Pérignon die Kunst der Schaumweinherstellung perfektionierten. Die unterirdischen Kreidekeller, die 'Crayères', die sich unter der Stadt erstrecken, bieten gute Bedingungen für die Lagerung und Reifung des Champagners und sind ein Beleg für diese Kultur und Industrie.