Die Region Aysén, in der sich die Reserva Nacional Río Simpson befindet, ist eine der jüngsten und am dünnsten besiedelten Regionen Chiles. Ihre Geschichte ist geprägt von der rauen Natur Patagoniens und dem Kampf der Pioniere um die Besiedlung dieses abgelegenen Landstrichs. Ursprünglich von indigenen Völkern wie den Tehuelche und Kawéskar bewohnt, die als nomadische Jäger und Sammler lebten, wurde die Region erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von europäischen Siedlern und chilenischen Kolonisten erschlossen.
Die Besiedlung war von Herausforderungen geprägt, darunter das unwegsame Gelände, das raue Klima und die Isolation. Viehzucht, insbesondere Schafe und Rinder, bildete die wirtschaftliche Grundlage. Ein Wendepunkt für die Region war der Bau der Carretera Austral, einer über 1.200 Kilometer langen Straße, die in den 1970er und 80er Jahren errichtet wurde, um die abgelegenen Gemeinden Patagoniens mit dem Rest des Landes zu verbinden. Diese Straße, die oft als eine der schönsten der Welt gilt, hat die Entwicklung des Tourismus und die Anbindung der Region maßgeblich vorangetrieben.
Die Kultur der Aysén-Region ist heute eine Mischung aus indigenen Wurzeln, europäischem Erbe und dem Geist der Pioniere. Die Menschen gelten als gastfreundlich und pflegen eine enge Verbundenheit mit der Natur. Die Reserva Nacional Río Simpson selbst wurde zum Schutz der Ökosysteme und der Artenvielfalt der Region eingerichtet. Ziel ist, dieses Naturerbe für zukünftige Generationen zu bewahren.