Die Geschichte Rocheforts hängt mit dem Wunsch Frankreichs nach maritimer Vorherrschaft zusammen. Im 17. Jahrhundert, unter Jean-Baptiste Colbert, dem Finanzminister Ludwigs XIV., wurde Rochefort ab 1666 als königliches Arsenal und Militärhafen von Grund auf neu geplant und errichtet. Die strategische Lage an der Charente, geschützt vor direkten Angriffen vom Meer, machte es zum passenden Standort für den Bau und die Reparatur von Kriegsschiffen. Hier entstanden über Jahrhunderte hinweg viele Schiffe, die die französische Flotte stärkten und an weltweiten Entdeckungsreisen teilnahmen.
Die Stadt wurde nach einem strengen Schachbrettmuster angelegt, was auch heute noch an den breiten, geraden Straßen und der einheitlichen Architektur erkennbar ist. Die Corderie Royale, als Herzstück des Arsenals, war die längste Manufaktur Europas und produzierte die Seile für diese Schiffe. Neben dem Schiffbau war Rochefort auch ein Zentrum der Forschung und Innovation in der Nautik und Kartografie. Das Musée National de la Marine dokumentiert dies.
Obwohl Rochefort seine militärische Bedeutung im 20. Jahrhundert verlor, hat die Stadt ihr maritimes Erbe bewahrt und zugänglich gemacht. Die Restaurierung der Corderie Royale und der Bau der L'Hermione zeigen diese Geschichte. Sie erzählen von den Abenteuern der Seefahrer, den technischen Errungenschaften der Schiffbauer und der strategischen Bedeutung, die Rochefort einst für Frankreich hatte, und laden Besucher ein, sich mit dieser Vergangenheit zu beschäftigen.