Die Geschichte San Josés und Costa Ricas unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der anderer lateinamerikanischer Länder. Ursprünglich von indigenen Völkern bewohnt, wurde das zentrale Hochtal, in dem San José liegt, von den Spaniern im 16. Jahrhundert kolonisiert. Die Stadt selbst wurde jedoch erst 1737 gegründet und entwickelte sich im 19. Jahrhundert, insbesondere durch den Kaffeeanbau, zu einem wichtigen Zentrum. Costa Rica erlangte 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien und ist seitdem stolz auf seine lange Tradition der Demokratie und des Friedens.
Ein Merkmal der costaricanischen Geschichte ist die Abschaffung des Militärs im Jahr 1948, eine Entscheidung, die bis heute Bestand hat und die Ressourcen des Landes auf Bildung, Gesundheit und Umweltschutz lenkt. Diese friedliche Haltung zeigt sich in der "Pura Vida"-Philosophie wider, die das Leben der Ticos (wie sich die Costaricaner selbst nennen) prägt. Die Kultur ist eine Mischung aus indigenen Wurzeln, spanischem Erbe und modernen Einflüssen, was sich in der Musik, Kunst und den täglichen Bräuchen widerspiegelt.
San José ist reich an kulturellen Institutionen, die diese Geschichte und Vielfalt bewahren und präsentieren. Das Nationaltheater zeugt vom europäischen Einfluss und dem Wunsch nach kultureller Raffinesse, während Museen wie das Goldmuseum und das Nationalmuseum Einblicke in die präkolumbianische Vergangenheit und die Entwicklung des Landes geben. Ein Spaziergang durch die Stadt offenbart historische Gebäude, Wandmalereien und eine Atmosphäre, die sowohl das Erbe als auch die Dynamik der modernen costaricanischen Gesellschaft zeigt.