Das Obere Mittelrheintal, in dem St. Goar und die Loreley liegen, wurde 2002 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Die Region ist geprägt von einer hohen Dichte an Burgen und Schlössern, die Zeugen einer bewegten Vergangenheit als strategisch wichtiger Handelsweg und Grenzregion sind. Schon die Römer erkannten die Bedeutung des Rheins, und später prägten Fürsten, Erzbischöfe und Ritter das Bild des Tals.
Die Loreley, ein 132 Meter hoher Schieferfelsen, ist das Herzstück vieler Mythen und Legenden. Die bekannteste ist die der schönen Nixe Loreley, die mit ihrem Gesang Schiffer in den Untergang lockte. Diese Sage, verewigt in Heinrich Heines Gedicht, hat die deutsche Romantik maßgeblich beeinflusst und macht den Felsen zu einem Sehnsuchtsort für Dichter und Künstler. Die gefährlichen Strömungen und Untiefen an dieser Stelle des Rheins trugen sicherlich zur Entstehung solcher Geschichten bei.
St. Goar selbst ist nach dem Heiligen Goar benannt, einem irischen Missionar, der im 6. Jahrhundert hier lebte und wirkte. Die Stiftskirche St. Goar verweist auf seine Bedeutung. Die Stadt war über Jahrhunderte ein wichtiger Zollort und Handelsplatz. Die Burg Rheinfels, einst eine der größten Festungen am Rhein, spielte eine zentrale Rolle in der Verteidigung und Kontrolle des Handels. Ihre wechselvolle Geschichte, von der Blütezeit bis zur Zerstörung durch französische Revolutionstruppen, ist Teil der europäischen Geschichte. Die gesamte Region ist ein Freilichtmuseum, in dem Geschichte und Kultur über Jahrhunderte sichtbar sind.