Szentendre blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die Römerzeit reicht, als hier ein Militärlager namens Ulcisia Castra stand. Seine heutige Prägung erhielt die Stadt jedoch maßgeblich im 17. Jahrhundert, als nach den Türkenkriegen zahlreiche serbische Flüchtlinge hier eine neue Heimat fanden. Diese serbische Gemeinschaft brachte ihre orthodoxe Religion, ihre Kultur und ihre Architektur mit. Bis heute wirkt die Stadt dadurch fast südeuropäisch. Die zahlreichen serbisch-orthodoxen Kirchen, wie die Blagovestenska Kirche am Hauptplatz, erinnern an diese Epoche.
Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Szentendre zu einem bedeutenden Zentrum für Künstler. Maler, Bildhauer und Schriftsteller ließen sich von der Landschaft, dem besonderen Licht und der Atmosphäre der Stadt inspirieren. Es entstand eine Künstlerkolonie, die bis heute aktiv ist und Szentendre seinen Ruf als "Künstlerstadt" eingebracht hat. Zahlreiche Galerien, Ateliers und Museen, darunter das Ferenczy Museum oder das Czóbel Museum, präsentieren die Werke dieser Künstler und machen die Stadt zu einem Ort der Kunst.
Die Kultur Szentendres ist eine Mischung aus ungarischen und serbischen Traditionen, die sich in der Architektur, der Küche und den Festen der Stadt zeigt. Die engen, gepflasterten Gassen, die bunten Häuserfassaden und die vielen kleinen Plätze laden dazu ein, die reiche Geschichte und das künstlerische Erbe auf eigene Faust zu erkunden.