Tarragona, das antike Tarraco, war eine der wichtigsten römischen Städte auf der Iberischen Halbinsel und diente als Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Citerior. Ihre strategische Lage am Mittelmeer machte sie zu einem bedeutenden Handelszentrum und Militärstützpunkt. Die Gründung der Stadt geht auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, und unter Kaiser Augustus erlebte sie ihre Blütezeit, als sie zu einem urbanen Zentrum mit Bauwerken wie dem Amphitheater, dem Zirkus und dem Forum ausgebaut wurde. Die noch heute sichtbaren römischen Ruinen belegen diese Epoche und wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Nach dem Fall des Römischen Reiches durchlebte Tarragona eine wechselvolle Geschichte unter westgotischer und maurischer Herrschaft, bevor sie im 12. Jahrhundert von den Christen zurückerobert wurde. Diese verschiedenen Epochen haben ihre Spuren in der Architektur und Kultur der Stadt hinterlassen, sichtbar in der Mischung aus römischen, mittelalterlichen und gotischen Elementen, insbesondere in der Kathedrale, die auf den Fundamenten eines römischen Tempels und einer maurischen Moschee errichtet wurde. Die Stadtmauern, die das historische Zentrum umgeben, sind die ältesten römischen Bauwerke außerhalb Italiens und erzählen von der langen Verteidigungsgeschichte Tarragonas.
Die Kultur Tarragonas gründet sich auf die katalanische Identität, die sich in Sprache, Traditionen und Festen zeigt. Die Stadt feiert ihre Geschichte und Kultur mit vielen Veranstaltungen, darunter die römischen Festspiele Tarraco Viva, die das antike Erbe erlebbar machen, und die traditionellen Castells (Menschentürme), die zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit gehören. Diese kulturelle Vielfalt macht Tarragona zu einem Reiseziel, in dem sich Geschichte und Moderne begegnen.