Die Geschichte Tulceas reicht bis in die Antike zurück, als die Daker und später die Römer hier Siedlungen gründeten, bekannt als Aegyssus. Die strategische Lage an der Donau machte die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Militärposten, der im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Reichen und Kulturen beeinflusst wurde, darunter die Byzantiner, Genuesen und Osmanen. Diese Einflüsse zeigen sich noch heute in der Architektur und der multikulturellen Bevölkerung der Stadt.
Im 19. Jahrhundert, nach dem Russisch-Türkischen Krieg, wurde Tulcea Teil Rumäniens und entwickelte sich zu einem bedeutenden Flusshafen und Verwaltungszentrum für die Region des Donaudeltas. Die Stadt spielte eine wichtige Rolle im Fischfang und in der Schifffahrt und war Heimat verschiedener Ethnien, darunter Rumänen, Russen (Lipowaner), Ukrainer, Türken und Griechen, die alle ihre Spuren hinterlassen haben.
Das Donaudelta selbst ist ein Naturwunder und zugleich ein Gebiet mit einer reichen Geschichte und Traditionen der dort lebenden Gemeinschaften. Die Lipowaner, eine russische Minderheit, die im 18. Jahrhundert vor religiöser Verfolgung floh, haben sich hier niedergelassen und ihre eigene Kultur und Lebensweise bewahrt, die eng mit dem Fluss und seinen Ressourcen zusammenhängt. Ihre traditionellen Holzhäuser und Lebensweisen sind Teil der regionalen Kultur.