Die Region Dhofar im Süden Omans blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die mit dem Weihrauchhandel zusammenhängt. Schon vor über 2000 Jahren war sie das Herzstück dieser lukrativen Handelsroute, die das Harz aus den Weihrauchbäumen in die antike Welt lieferte. Die archäologische Stätte Sumhuram, auch bekannt als Khor Rori, erinnert an diese Ära und war einst ein blühender Hafen, der den Weihrauchhandel mit Mesopotamien, Indien und China abwickelte. Die Ruinen erzählen von einer hoch entwickelten Zivilisation, die auf dem Reichtum des Weihrauchs basierte und kulturelle sowie wirtschaftliche Verbindungen über weite Entfernungen knüpfte.
Die Kultur Dhofars unterscheidet sich in einigen Aspekten von der des restlichen Omans, was auf ihre historische Isolation und die Nähe zu Jemen und Ostafrika zurückzuführen ist. Dies zeigt sich in den Dialekten, der Musik und den traditionellen Tänzen. Die Menschen in Dhofar sind bekannt für ihre Gastfreundschaft und ihren Stolz auf ihre eigene Identität. Traditionelle Kleidung, wie das Dishdasha für Männer und die farbenfrohen Abayas für Frauen, ist im Alltag weit verbreitet und zeigt die kulturelle Verbundenheit. Die Region ist auch die Heimat des Jabali-Stammes, der eine eigene Sprache spricht und tief in den Bergen verwurzelt ist.
Neben der antiken Geschichte des Weihrauchs prägen auch jüngere Entwicklungen die Region. Salalah, die Hauptstadt Dhofars, hat sich zu einem wichtigen Hafen und einer aufstrebenden Tourismusdestination entwickelt, insbesondere während des Khareef (Monsunzeit), wenn die Landschaft in ein sattes Grün getaucht wird und Touristen aus der gesamten Golfregion anzieht. Die Bewahrung des kulturellen Erbes, wie der Weihrauchbäume und der historischen Stätten, ist dem Sultanat Oman ein großes Anliegen. Das zeigt sich in der Pflege und Zugänglichkeit dieser Orte für Besucher.