Stand 10/2026
Das Thema Rauchen an Bord ist auf Kreuzfahrtschiffen eines der am striktesten regulierten Felder — sowohl auf Hochsee- als auch auf Flussschiffen. Die Regelungen lassen sich in drei Dimensionen einordnen: Kabinen- und Balkon-Regelung (privater Bereich), öffentliche Innenbereiche (Casino, Lounges) und Außenbord-Bereiche (Freidecks, Bars).
Die Regulierungen folgen einer klaren Hierarchie, die Sicherheit, Gesundheitsschutz und den Komfort der Passagiere in Einklang bringt. Während im Schiffsinneren nahezu flächendeckend ein striktes Rauchverbot herrscht, konzentrieren sich die Regelungen im Außenbereich auf die präzise Zuweisung von Zonen, um Konflikte zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu minimieren.
Die drei Dimensionen der Rauchregelung
Kabine und Balkon — der private Bereich
In der privaten Sphäre der Kabinen ist das Rauchen in Innenräumen bei fast allen Reedereien untersagt. Das differenzierteste Unterscheidungsmerkmal ist die Handhabung der Balkone.
Absolutes Verbot bedeutet, dass weder in der Kabine noch auf dem Balkon geraucht werden darf. Dies ist der häufigste Standard und gilt unter anderem bei MSC, Celebrity, Royal Caribbean, Carnival, Holland America und Seabourn.
Balkon-Toleranz erlaubt das Rauchen auf dem eigenen Balkon, verbietet es jedoch in der Kabine. Diese Regelung findet sich bei Costa Cruises, Phoenix Reisen (Hochseeflotte), AIDA und den älteren Mein-Schiff-Schiffen von TUI Cruises.
Selektive Balkon-Zonen hat TUI Cruises mit der InTUItion-Klasse eingeführt (Mein Schiff Relax seit 2025, Mein Schiff Flow seit 2026 im Einsatz). Auf der Mein Schiff Flow und Mein Schiff Relax gibt es explizite Nichtraucher-Balkone, die im Deckplan grün markiert sind, während auf anderen Balkonen das Rauchen weiterhin erlaubt ist.
Eine Besonderheit bietet Costa als einzige größere Reederei: Hier ist das Dampfen von E-Zigaretten in der Kabine gestattet, während klassisches Rauchen nur auf dem Balkon erlaubt ist. Auch Seabourn gestattet E-Zigaretten in der Kabine, verbietet jedoch jeglichen Tabakkonsum.
Öffentliche Innenbereiche
Im Inneren des Schiffes sind die meisten Bereiche rauchfrei. Die wesentlichen Ausnahmen betreffen Casinos und spezielle Raucherlounges.
Casino-Raucherzonen finden sich vor allem bei US-Reedereien wie Carnival, NCL, Royal Caribbean und Holland America. Rauchen ist hier nur während des aktiven Spiels an gekennzeichneten Tischen und Automaten erlaubt. Einige NCL-Schiffe der Breakaway-Plus-Klasse haben einen separaten, geschlossenen Casino-Rauchraum — eine besonders vorbildliche Lösung.
Cigar Lounges bieten speziell belüftete, geschlossene Räume für den Genuss von Zigarren und Pfeifen. Diese finden sich bei MSC (ältere und World-Klasse-Schiffe), TUI Cruises (Mein Schiff 3, 4, Flow, Relax), Phoenix (Hochseeflotte) und NCL (in Kombination mit Casino-Zonen). Die Lounges zeichnen sich durch gehobene Belüftungstechnik und ein klassisches Club-Ambiente aus.
Komplett rauchfreie Innenbereiche sind Standard bei allen Flussschiffen sowie bei Celebrity Cruises, die sich bewusst als Premium-Marke mit konsequenter Nichtraucher-Politik positioniert.
Außenbord-Bereiche und Freidecks
Auf den Freidecks gilt meist das Prinzip der einseitigen Zuweisung: Aschenbecher und Sitzgelegenheiten markieren auf einer fest definierten Schiffsseite — oft Steuerbord — den Raucherbereich. Dies ist bei den meisten Hochseeschiffen der Standard.
Bar-Inklusion bedeutet, dass an bestimmten Außenbars wie der Poolbar oder Heckbar generell geraucht werden darf. Dieses Modell nutzen AIDA, die älteren Mein-Schiff-Schiffe und Holland America.
Promenadendeck-Zonen reservieren spezielle Abschnitte auf den unteren, umlaufenden Decks für Raucher. Dieses klassische Konzept findet sich bei Holland America (Volendam, Zaandam), der MS Artania (Phoenix) und der Vasco da Gama (nicko cruises).
Auf Flussschiffen ist einheitlich ein bestimmter Bereich auf dem Sonnendeck als Raucherzone ausgewiesen — die einzige Möglichkeit zum Rauchen an Bord.
Reederei-Vergleich: Wer regelt wie?
Celebrity Cruises — die Konsequentesten
Celebrity fährt die strengste Linie: Absolutes Verbot in allen Kabinen und auf allen Balkonen, komplett rauchfreie Innenbereiche ohne jede Casino-Ausnahme und nur einseitig designierte Außenzonen. Wer eine durchgängig rauchfreie Umgebung sucht, ist hier am besten aufgehoben.
TUI Cruises — die Differenziertesten
TUI Cruises zeigt die differenzierteste Regulierung unter den deutschen Reedereien. Die älteren Mein-Schiff-Schiffe (1 bis 7) erlauben Balkon-Rauchen, während die Schiffe der InTUItion-Klasse, Flow und Relax, selektive Balkon-Zonen haben. Im Innenbereich variieren die Schiffe zwischen Casino-Raucherzonen und Cigar Lounges. Im Außenbereich bieten die älteren Schiffe Bar-Inklusion, die neuen designierte Zonen.
AIDA Cruises — Balkon-Toleranz mit rauchfreiem Innenbereich
AIDA erlaubt das Rauchen auf allen Balkonen. Die Innenbereiche sind komplett rauchfrei, da auf deutschen Schiffen kein Casino vorhanden ist. Im Außenbereich setzen die älteren Schiffe auf Bar-Inklusion, während die neueren Helios-Klasse-Schiffe (AIDAcosma, AIDAnova) designierte Zonen nutzen.
Costa Cruises — die Tolerantesten
Costa ist die einzige größere Reederei, die sowohl Balkon-Toleranz als auch eine E-Zigaretten-Ausnahme für Kabinen kombiniert. Das Dampfen von E-Zigaretten ist in der Kabine gestattet, klassisches Rauchen nur auf dem Balkon. Die Innenbereiche sind rauchfrei, die Außenzonen einseitig designiert.
MSC Cruises — größte Vielfalt im Innenbereich
MSC zeigt die größte Bandbreite bei den Innenbereichen: Ältere Schiffe wie Armonia, Lirica und Opera sind komplett rauchfrei. Die Musica- und Fantasia-Klasse verfügt über Cigar Lounges, die Seaside- und Meraviglia-Plus-Klasse hat Casino-Raucherzonen, und die World-Klasse bietet wieder Cigar Lounges. In Kabinen und auf Balkonen gilt überall absolutes Verbot.
US-Reedereien — Casino als einzige Innenausnahme
Royal Caribbean, Carnival und NCL folgen einem ähnlichen Muster: Absolutes Verbot in Kabinen und auf Balkonen, Casino-Raucherzonen als einzige Indoor-Ausnahme und designierte Außenzonen. NCL hebt sich durch geschlossene Casino-Rauchräume auf der Breakaway-Plus-Klasse und zusätzliche Cigar Lounges auf den meisten Schiffen hervor.
Flussschiffe — einheitlich streng
Alle Flussreedereien — A-ROSA, Amadeus, nicko cruises, Phoenix (Flussflotte) und Riverside — folgen dem gleichen strengen Standard: Absolutes Rauchverbot in Kabinen, komplett rauchfreie Innenbereiche und eine einzige Raucherzone auf dem Sonnendeck.
Tipps für Raucher und Nichtraucher
- Vor der Buchung informieren — die Rauchregelungen können sich zwischen Schiffen derselben Reederei unterscheiden
- Deckplan studieren — bei TUI Cruises (Flow, Relax) sind Nichtraucher-Balkone markiert
- Kabinenlage wählen — Nichtraucher sollten bei Reedereien mit Balkon-Toleranz hohe Decks meiden, da Rauch nach oben zieht
- Seetage einplanen — an Seetagen sind die Raucherbereiche auf den Freidecks voller
- E-Zigaretten-Regeln prüfen — diese werden oft anders behandelt als herkömmliche Zigaretten
- Reinigungsgebühren beachten — Verstöße gegen das Rauchverbot können 250 bis 500 Euro kosten
Ob überzeugter Nichtraucher oder gelegentlicher Genussraucher — die Wahl der richtigen Reederei und des passenden Schiffes kann entscheidend für den Wohlfühlfaktor an Bord sein. Mit dem Wissen über die unterschiedlichen Regelungen lässt sich die Kreuzfahrt so planen, dass alle Gäste zufrieden sind.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben der jeweiligen Reederei bzw. des Reiseveranstalters.